Es ist grausam, wirklich, ohne Übertreibung. Es ist grausam am Montagmorgen im Urlaub 6 Uhr aufzustehen. Bei euch war es dann 5 Uhr. Das Frühstück war aber genauso lecker wie am Sonntag. Das Schiff erreichten wir grad noch so und die legten viel zu früh ab. 08:30 Uhr sollte es los gehen, um die Zeit hatren wir aber bereits den Hafen verlassen.
Was für eine Hinfahrt das war. Wir hatten uns im vorderen Teil des Schiffes im Saal einen Tisch am Fenster gesichert und besichtigten das Schiff. Die Ostsee war weitesgehenst ruhig, es trieben nur vereinzelt dünne Eisschollen draussen. Der Boden des Aussendeckes war zum Teil gefroren und ich legte mich bei der ersten Gelegenheit gleich hin. Tsja, da lag ich, hatte ja keiner gesehen. Ich knallte aber mit dem Hinterkopf aufs Eis, zwar nicht so doll, reichte aber aus, um mir den ganzen Tag Kopfschmerze zu bescheren. Nach einiger Zeit begann eine Liveband zu spielen, nur finnische Schnulzen und auch viel zu laut. Ein paar alte Leute drehten sogar ihre Runden vor der Bühne, wir waren zu faul. :-) Nr 1 machte ihre Drohung war und wir spielten Ligretto, dem Spiel Skibo recht ähnlich. Die Fähre ist relativ gross, also speziell für Autos ausgelegt. Die Fahrten hin und zurück kosteten insgesamt pro Person 41 €.
Gegen 11 Uhr legten wir in Tallinn an und fanden den Weg in die Altstadt sehr schnell. Die meisten Leute zeigten sehr offen, weswegen sie nach Tallinn reisten: wegen dem günstigen Alkohol. Der Preis für Alkohol in Estland ist 2/3 niedriger im Durchschnitt als in Finnland, das lohnt sich trotz der Fahrtkosten. Viele Passagiere hatten ihre "Hackenbeisser" (Einkaufstaschen mit Rollen) dabei oder zusammen klappbare Sackkarren. wir waren natürlich nur wegen der schönen Stadt da *hust. Klar wollte ich estnisches Bier kosten, tat ich auch. Mit den Mädels hatte ich ein abwechselungsreiches Programm: wir zogen durch die alten Gassen, machten viele Fotos, gingen in viele Geschäfte rein usw. Es gibt in Tallinn an fast jeder Ecke Souvenirs zu kaufen, anscheinend geht Bernstein am Besten. Viele Geschäfte sind sehr individuell und einfach nur schön zum Stöbern. Ich habe mir zum Beispiel Renntiersalami und estnischen Wodka gekauft. Richtig toll war die grosse Auswahl an Cafes mit tollen Leckereien. Im ältesten Cafe Tallinns (von 18:06) blieben wir hängen und gönnten uns was Gutes. :-) Auf alle Fälle war es ein sehr schöner Tag, wir waren insgesamt 7 Stunden in der Altstadt unterwegs. Auf einem der Aussichtspunkte trafen wir "Basti 2", eine freche Möwe, die auf der Mauer sass und sich nicht verscheuchen liess. Also musste das Vieh mit auf die Fotos und ich muss sagen, für eine Möwe war er oder sie sehr fotogen. Kekse konnte er auch aus der Luft fangen, war sehr beeindruckend.
Insgesamt waren in Tallinn nicht so viele Touris unterwegs. Als wir auf dem Marktplatz nach einem Restaurant suchten, waren wir heiss begehrt und wurde angequatscht, sobald wir uns nur einem Lokal näherten. Ins "Old Estania" liessen wir uns locken. Das Ambiente war ansprechend und das Knoblauchbrot auch. Jede von uns hatte eine Portion als Vorspeise, da wir eh heute nicht mehr vor hatten, zu knutschen. Und so spekulierten wir darauf, auf der Fähre später keine Probleme zu haben, Plätze zu finden.
Das Essen war gut und das Bier so wie es sein sollte. Nr 2 trank 2 Gläser von einer Art Glühwein und machte nach dem Verlassens des Lokals einen Kniefall. Zum Glück war nix passiert und die Stufe war auch schlecht zu sehen.
Es war ein richtig entspannter Tag ohne Hetze und noch sehr lustig dazu...3 Weiber allein auf Reisen...das sagt schon alles. Wenn man weiss, das ein Grossteil der Leute um einen herum nix von dem versteht, was man bespricht, fallen die Hemmungen bei den Themen. Zu waren Lachflashs animierte uns der Ausspruch von Nr 1, "Lieber nackt als Pelz", der auf die Tierschutzorganisation PETA zurück zu führen ist. Einige Personen trugen tote Tiere auf ihrem Pelz und es entwickelten sich dazu die witzigsten Wortspiele. ;-D wie gesagt, 3 Weiber allein auf Reise und fast leine Sau versteht uns.
Die Rückfahrt verzögerte sich ein wenig, aber das war nicht weiter schlimm. In der Wartehalle bestätigte sich unser Verdacht vom Morgen: Massen von Alkohol wurden an Bord geschleppt. Und es lag ein penetranter Alkoholgeruch in der Luft. Aber die Leute haben sich gut benommen. Nach dem Aussteigen aus der Fähre kam auch gleich die Tram. So gegen 21:45 Uhr waren wir im Hotel.
Den Abend schliessen wir jetzt mit einem Glas Wein ab.
Anbei befinden sich einige Fotos.
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